Besonderheiten und Kuriositäten

Die bisherigen Ausführungen versuchten, möglichst viele Stör- und Reklamationsursachen zu systematisieren, bei der Vielzahl der eingesetzten Materialien und Verfahren sind hier natürlich Grenzen gesetzt. Zwei Beispiele aus der Fachpresse sollen dies verdeutlichen:

  1. Bei der Lasercodierung von Kartonverpackungen kam es plötzlich zu schlechter Lesbarkeit und bräunlicher Verfärbung, der Kartonhersteller bestritt jede Materialveränderung. Entsprechende Analysen zeigten jedoch eine Pigmentmodifikation im Strich (Ziel des Kartonfabrikanten war die Erhöhung der Standzeit der Streichrakel), die zu einer Veränderung der Wärmeleitfähigkeit und damit zu den beschriebenen Problemen führte.
  2. Beanstandet wurde, dass bei in einem Polyamid-Ionomer-Verbund verpacktem Kochschinken ein Geruch nach Katzenurin auftrat. Ursache war die zum äußerlichen Bedrucken der Folie verwendete Tiefdruckfarbe, die als Lösemittel Diacetonalkohol enthielt. Dieser Stoff ist eigentlich olfaktorisch unauffällig, entwickelte aber mit Schwefelverbindungen aus dem Schinkeneiweiß unter katalytischem Einfluss der Ionomerkationen ein Mercaptan mit dem erwähnten Geruch.

In beiden Fällen führte eine Kombination verschiedener Stoffeigenschaften, die für sich genommen akzeptabel waren, zu den beschriebenen Problemen, die gar nicht oder nur mit sehr großer Erfahrung vorherzusehen waren.