Bedruckbarkeit

Druckfarbenhaftung

Mangelhafte Farbhaftung tritt insbesondere beim Bedrucken von Kunststoffen auf, Ursache ist meist deren niedrige Oberflächenenergie. Abhilfe verspricht am ehesten eine Corona-Vorbehandlung, der Effekt lässt jedoch nach mehr oder weniger kurzer Zeit nach, eine Inline-Coronisierung ist deshalb häufig unerlässlich. Zur Überprüfung der Oberflächenspannung ist am ehesten die Messung des Kontaktwinkels mit destilliertem Wasser geeignet, häufig helfen auch handelsübliche Teststifte.

Wegschlagen

Unzureichende Farbtrocknung hängt meist mit der Porosität des Bedruckstoffs zusammen. Diese lässt sich ebenso wie die Leimung durch Ultraschall-Penetrationsmessungen mit verschiedenen (!) Flüssigkeiten im Kurzzeitbereich charakterisieren. Die Kontaktzeiten beim nach wie vor sehr verbreiteten COBB-Test sind für heutige Produktionsgeschwindigkeiten meist viel zu lang.

Durchscheinen bzw. Durchschlagen

Derartige Druckstörungen sind im Allgemeinen auf eine unzweckmäßige Papierwahl zurückzuführen. Zur Unterscheidung zwischen Durchscheinen und Durchschlagen misst man die optische Dichte einmal auf der Rückseite des Druckbogens, zum anderen auf einem unbedruckten Blatt Auflagenpapier, das auf das Druckbild gelegt wird. Die Differenz beider Messungen liefert den Anteil des Durchschlagens. Einflussgrößen für das Durchscheinen sind neben der Opazität die Dicke, das spezifische Volumen und der Füllstoffgehalt. Das Durchschlagen hängt vor allem von der Porosität (Wegschlagverhalten, s. o.) des Papiers ab.

Mottling

Ursprünglich bezeichnete man damit Ungleichmäßigkeiten im Mehrfarbendruck, inzwischen wird allgemein ein unruhiger Druckausfall Mottling genannt. Die Ursache kann in der Vorstufe liegen, meist wurde aber ein für das Druckverfahren oder die verwendete Farbe ungeeigneter Bedruckstoff gewählt. Die zu Grunde liegenden Pa­pier­in­homogenitäten können die Porosität, Füllstoffe, Leimung („Wischwassermottling”) oder den Strich betreffen. Es gibt verschiedene messtechnische Verfahren zur Mottlingbewertung, die Ergebnisse stimmen jedoch selten mit unseren Sinneseindrücken überein. Eine sensorische Prüfung (Abmusterung) ist deshalb dringend anzuraten.

Farbwiedergabe

Farbunterschiede zwischen dem Druckerzeugnis und der Vorlage bzw. den Kundenvorstellungen sind häufig messtechnisch begründet. Normgerechte Messbedingungen in der Farbmetrik (Normlichtart, Filter, Messgeometrie, Normalbeobachter) sind eine Grundvoraussetzung, aber auch dann kommt es zwischen den Spektralfotometern verschiedener Hersteller zu nicht zu vernachlässigenden Unterschieden. Eine weitere Fehlerquelle sind unterschiedliche Datenformate. Bei der Auftragserteilung nach Farbfächer ist unbedingt auf deren Aktualität zu achten, PANTONE-Fächer gelten nur ein Jahr, aber auch bei HKS-Fächern kommt es häufig zu Farbveränderungen z. B. durch Ausbleichen.
Das Druckpapier beeinflusst die Farbwiedergabe durch seine Eigenfarbe, optische Aufheller und den pH-Wert. Großen Anteil hat auch die Porosität, da sie die Trocknungsgeschwindigkeit und den auf der Oberfläche verbleibenden Bindemittelanteil bestimmt. Die Druckfarbe wirkt nicht nur durch ihre Farbmittel, auch das Bindemittel und die Trocknungsart haben Einfluss auf das Druckergebnis. Zu beachten sind außerdem Licht- und evtl. Alkaliechtheit (Kreide im Papierstrich!). Eine nachfolgende Veredlung (Lack, Folienkaschierung) kann den Farbeindruck ebenfalls verändern.
Schließlich sei noch darauf hingewiesen, dass auch die genormten Skalenfarben einzelner Hersteller stark differieren, in einer Diplomarbeit wurde bei identischen Bedingungen (Papier, Schichtdicke) für Skalengelb unterschiedlicher Serien ein maximaler Farbabstand von ΔE = 12 gefunden.

UV-Härtung

Die Einordnung der UV-Härtung unter der Rubrik Bedruckbarkeit mag zunächst verwundern, aber die Wahl des richtigen Bedruckstoffs spielt auch hier eine besondere Rolle. So sind kationisch härtende Druckfarben wasser- und alkaliempfindlich, was bei der Papierauswahl, aber auch beim Druckverfahren (Feuchtmittel!) zu beachten ist. Sehr häufig wird die UV-Härtung beim Druck auf Kunststofffolien eingesetzt, hier kann es zur Versprödung kommen.
Unvollständige Farbhärtung kann an einer zu niedrigen, aber auch an einer zu hohen Initiatorkonzentration liegen. Häufig handelt es sich jedoch um eine zu geringe Strahlerleistung (bzw. unangepasste Druckgeschwindigkeit). Wegen der unvermeidlichen Alterung, aber auch Verschmutzung der Strahler ist die Leistung regelmäßig zu kontrollieren. Werden statt Quecksilberstrahlern andere Lichtquellen (LEDs!) eingesetzt, muss die Druckfarbe der spektralen Emission angepasst sein.
Im Verpackungsdruck wird der UV-Inkjet künftig eine wesentlich größere Rolle spielen. Dabei müssen ebenfalls die UV-LEDs der Tinte und der Druckgeschwindigkeit entsprechen.